Nur einen Katzensprung entfernt liegt das Weingut Reinhold Haart, das sich seit
1337 im Besitz der Familie befindet und über 8 Hektar Rebbaufläche verfügt.
Angebaut wird zu 100% Riesling. Der Familienbetrieb setzt auf Qualität durch
reduzierten Ertrag. 50 Hektoliter pro Hektar sind die Obergrenze. Kunstdünger
wird nicht verwendet, sondern ausschließlich organischer Dünger. Karl Theo
Haart, seine Frau Edith und sein Sohn Johannes setzen auf Biodiversität,
natürliche Nützlinge und verwenden keine Insektizide. Der Ausbau findet dann zu
gleichen Teilen in Edelstahltanks sowie traditionellen Holzfässern, den Fudern,
statt.
Die Einzellagen Ohligsberg, Kreuzwingert, Grafenberg und Goldtröpfchen gehören
zu den besten Lagen des Gebietes mit je subtilen Nuancen in ihrer
Südausrichtung, der geologischen Struktur und der klimatischen Beeinflussung.
Aus ihnen keltert das Weingut Reinhold Haart über 50.000 Flaschen jährlich, von
denen annähernd zwei Drittel in den Export gehen. Es entstehen Weine trockenen
Charakters mit hohem Alterungspotential. Komplexe Fruchtaromen mit
signifikanten Reflexen aus der salzigen Mineralität des Bodens und fein
ausbalanciertem Spiel von Säure und Süße führen regelmäßig zu Auszeichnungen in
der Fachwelt. 2007 wurde der Hausherr vom Gault & Millau zum "Winzer
des Jahres" gewählt und mit vier Trauben bewertet. Der englische
Weinkritiker Stuart Pigott glaubt, daß man bessere Rieslinge als das Weingut
Reinhold Haart kaum herstellen kann. Wenn Sie ein "Goldtröpfchen Grosses
Gewächs" geniessen, finden Sie sich also in bester Gesellschaft. Schon
Thomas Mann verschaffte einem Piesporter Goldtröpfchen in seinem Goethe-Roman
"Lotte in Weimar" einen glänzenden Auftritt.