Der lange Genuss von Wein und damit die Geschichte des Weinbaus selbst gehen bis auf die alten Römer zurück. Im Laufe vieler Jahre entwickelten sich daraus viele Weingüter in Deutschland, die bis zum heutigen Tag Wein produzieren. Allerdings musste der Weinbau in Deutschland auch schwere Schicksalsschläge aushalten. In der Mitte des 19. Jahrhunderts richtete die Reblaus einen gewaltigen Schaden auf die Ernten vieler Deutschen Winzer an. Dies zwang Weinbauern von Baden bis hin zur Mosel letztlich zur Auswanderung. Aufgrund dieser fatalen Situation schlossen sich die deutschen Winzer zusammen. Es entstanden erste Winzervereine, die deren wirtschaftlich schwache Stellung verbessern sollte.
In Deutschland gibt es nunmehr über 169 Winzervereine. Diese sind gemeinschaftlich
für ein Drittel der gesamten Weinproduktion verantwortlich. Die Winzervereine
erstrecken sich dabei auf 13 Anbaugebiete, und werden genossenschaftlich
bearbeitet. Damit werden im Durchschnitt nicht nur 2,35 Millionen hl Wein
produziert, sondern auch bei internationalen Prämierungen ausgezeichnet. Das
lässt auf eine besondere Qualität der Weinbaubetriebe schließen.
Dabei unterlagen die ersten Gründungen der Winzervereinigungen in Deutschland
der Rechtsgrundlage der eGmuH, welche der Genossenschaft mit unbeschränkter
Haftung unterliegt. Alle Mitglieder der Winzervereine mussten dabei für die
Verbindlichkeiten der Winzergenossenschaft mit ihrem gesamten Vermögen haften.
Erst ab 1973 konnten Winzervereine auch ohne Haftpflicht geführt werden.
Heute besitzt jedes Weinbaugebiet verschiedene Vereine. Alleine in Baden machten sich zu Beginn der frühen fünfziger Jahre über 100 Winzervereinigungen gegenseitig Konkurrenz. Heute bauen über 80.000 Winzer ihre Weine in Deutschland an, und gehören in den meisten Fällen den hiesigen Vereinen an. Dabei ist das größte Anbaugebiet Rheinhessen. Aber auch Baden und die Pfalz gehören zu den größten Weinanbaugebieten Deutschlands, in denen sich Winzervereinigungen gründeten. Alle Vereine halten sich bei der Weinproduktion an die 1971 geschaffene Einteilung der Qualitätsstufen, welche das Mostgewicht zum Zeitpunkt der Lese regelt. Die Winzervereinigungen unterstützen sich aber nicht nur in der Produktion, sondern auch im Vertrieb und im Export der hergestellten Weine. Das betrifft auch die Preispolitik der Weine. Hier liegt der Trend darin, weniger Wein in der Menge zu verkaufen, dafür aber eine besonders hohe Exportqualität des Weins zu gewährleisten. Auch auf die Regelung was auf einem Weinetikett stehen muss, wurde sich geeinigt. Die bekanntesten Winzervereine sind in den Weinanbaugebieten Mittelrhein, Hessische Bergstraße, Sachsen, Baden, Franken, Saale-Unstrut und Rheinhessen zu finden.