Henrik Möbitz ist nun wirklich kein ganz gewöhnlicher Winzer. Dass er Wein als Hobby und nicht zum Broterwerb betreibt, macht ihn schon mal angenehm unabhängig. Er muss nicht auf Moden hören oder Märkte bedienen – Möbitz macht nur, worauf er Lust hat. Und der promovierte Chemiker hat Lust auf schlanke, duftige Pinots nach dem Vorbild des Burgunds. Niedrige Alkoholgehalte und eine frische Säure sind ihm ebenso wichtig wie eine gewisse Pinot-Süße, die aus der Frucht und dem Extrakt kommt, nicht aus dem Alkohol. So erreicht er feingliederige Weine mit großer Komplexität und Länge, die sich viele Jahre lagern lassen und dabei noch spürbar gewinnen, nicht nur langsam verlieren.
Ein Rumizitat belehrt uns: je stiller man werde, umso mehr könne man hören. Stille ist auch ein guter Ausgang für Genuss. In diesem Fall Genuss von ganz besonderer Brillanz, von Wein in seiner virtuosesten Form, einer Sinfonie an Geschmack und Leidenschaft. Wir sprechen von Weinen vom Weingut Henrik Möbitz.
Parallel geographisch zum Schwarzwald verläuft die Schönbergkette in deren
südlichsten Teil sich der Bollschweiler Oelberg befindet. Sein Geheimnis ist
der Jurakalk, der dem Boden für die Trauben vom Weingut Henrik Möbitz den
sagenhaften Gehalt verleiht. Auf diesem kleinen 0,6 Hektar weiten aber feinen
Weingut entstehen außergewöhnliche Meisterwerke des Gaumens, die in keinem
Regal von Lebensmittelketten zu finden sind. Und das mit Recht. Jede Flasche
trägt die Persönlichkeit des leidenschaftlichen Winzers. Sein Geheimnis ist das
Glück frei von Marktdruck und Verkaufszahlen keltern und vinifizieren zu
können.
So sind auf dem Weingut Henrik Möbitz Weine entstanden, die klar die Passion
des Chemikers Henrik Möbitz verraten. Unterstützt vom Standort der Reben, die
die Morgensonne speichern und von der Kühle des nahen Waldes besänftigt werden,
zelebriert der Winzer sein ganzes Wissen um gute Weine und setzt sie in der
Herstellung seiner Weine um. Sein Pinot Noir Kanzel verführt mit einer beerigen
Geschmacksnote aber auch erdigen Aromen trotz seiner trockenen Note. So
gereichte dem Pinot Noir seine Chaptalisierung zum Vorteil, da er damit
widerstandsfähiger wurde.
Anders als die bekannten badischen Weine ist auch der Weißburgunder vom Weingut
Henrik Möbitz. Sein kühles und knochentrockenes Säurespiel verrät die gekonnte
Subtraktion der Sinne auf ein Minimum. Völlig ohne Schnörkel thront dieser Wein
in Klarheit und Tiefe, den Purismus frönend.
Gewürz, Seide und Pfeffer charakterisieren seinen Kapelle Gewürztraminer und
lassen ihn athletisch, rassisch und frisch erscheinen.
Dass alle Weine vom Weingut Henrik Möbitz eine starke Subjektivität spiegeln für den Winzer aus Leidenschaft Ausdrucksmittel wie Dichtung oder Malerei sind, beweist jeder Schluck seiner "Weinwerke". Voller Anerkennung und Dankbarkeit erwähnt er auch immer wieder die Mitarbeit seiner fleißigen Helfer und Mitschöpfer, ohne deren Tun diese edlen Tropfen nicht entstehen könnten. Das "Wir" im Wein gekrönt von einem genialen Kopf.